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Buch des Monats

Freunde

Autorin/Autor: Eva Kranenburg
Einband: Gebundene Ausgabe
Verlag: Fischer Sauerländer
Seitenzahl: 448
Erscheinungsjahr: 2026
Auflage: 1

Vorgestellt von Sabine Schmidt

Als Buch des Monats stelle ich dieses Mal ein außergewöhnlich starkes Jugendbuch vor. “Freunde” von Eva Kranenburg möchte ich wirklich allen Menschen ab vierzehn Jahren empfehlen, denn es ist für mich das Buch der Stunde, der Antikriegsroman in unruhigen Zeiten. Die Handlung ihres Romans siedelt Eva Kranenburg bewusst an einem fiktiven Ort an, denn dieser könnte an jedem Kriegsschauplatz der Welt sein, zu jeder Zeit. Erzählt wird diese Geschichte aus Rens Perspektive. Ren, ein Teenager, der allein und zurückgezogen in der vom Krieg zerstörten Stadt lebt, die fast nur noch von Kindern und Jugendlichen bewohnt wird. Der Krieg ist nahezu beendet und „die Anderen“ stehen kurz vor dem Sieg. Nun sollen jedoch alle Jugendlichen als „letzte Reserve“ rekrutiert werden. Ren, der wirklich Schlimmes erlebt hat, zögert, doch am Ende gerät er in Tareks Gruppe für die Front, ebenso wie Nata und Tuk. Tarek hat bereits gekämpft, sein Gesicht ist vom Krieg entstellt, doch er denkt nicht im Traum daran, seine kleine Truppe in den Krieg zu führen und desertiert mit den ihm anvertrauten Ren, Nata und Tuk. So entwickelt sich aus der Notgemeinschaft der zutiefst traumatisierten Jugendlichen eine tief verbundene Freundschaft. Gemeinsam kämpfen sie ums Überleben, den Hunger und den Weg zurück in so etwas wie Hoffnung und Frieden.

Eva Kranenburg arbeitet als Psychotherapeutin mit Geflüchteten aus verschiedenen Kriegsgebieten dieser Welt. Für “Freunde” wurde sie mit dem renommierten Oldenburger Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Ihre Arbeit mit Geflüchteten und ihre Feinfühligkeit können wir in jeder ihrer Figuren spüren. Wir erfahren von den Traumata besonders der Kinder und Jugendlichen in Kriegsgebieten, von den Ängsten, der Not, dem Hass auf „die Anderen“. Aber ebenso davon, dass auch „die Anderen“ einfach Menschen sind mit ihrer ganz eigenen Geschichte, jenseits aller Propaganda. Eva Kranenburg erschafft Momente tiefster Traurigkeit und Verletzung aber auch von großer Zärtlichkeit und Menschlichkeit. “Freunde” ist ein Buch, das unter die Haut geht und genau dort sollte es auch bleiben.

Ein starkes, ein wichtiges Buch, das Schullektüre werden sollte.



Ausleihe bei der Stadtbücherei
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