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Autorin/Autor: Tanja Kokoska
Einband: Gebundene Ausgabe
Verlag: dtv
Seitenzahl: 352
Erscheinungsjahr: 2026
Auflage: 1
Vorgestellt von Sabine Schmidt
Tanja Kokoska wurde 1971 in Frankfurt geboren. Sie war Redakteurin der Frankfurter Rundschau und arbeitet als freischaffende Journalistin und Autorin, unter anderem für die Satireseite der taz.
Ihrem Erzählstil sind in diesem Roman journalistische Ernsthaftigkeit und brillanter Humor gleichermaßen anzumerken.
Doch worum geht es in dieser wunderbaren Geschichte?
In der Siedlung „Am Kastanienbaum“ wohnt Ina mit ihrem fast erwachsenen Sohn Henry. Die beiden leben ohne Henrys Vater, von dem Ina leider nur den Spitznamen kennt und den sie auch nur eine Nacht kennenlernen konnte. In der gleichen Siedlung wohnt auch Herr Bello, der einsam nach dem Tod seiner Frau, erst durch ein ungewöhnliches Geschenk von Ina wieder mehr zu sich selbst und auch ein bisschen zurück zu seiner Frau findet.
In der Nachbarschaft leben auch die ehemalige Kellnerin Frau Kaiser, die langsam der Demenz entgegen geht, sowie Sami aus Sri Lanka, der die Gaststätte „Zum Plaudern“ betreibt. Die Familie Arslan hat im Viertel ein kleines Lebensmittelgeschäft.
Allen sind die großen und kleinen Sorgen des Alltags vertraut. Alle haben ihre eigenen Geheimnisse, hegen Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte. Sami zum Beispiel möchte einmal im Leben eine Ente streicheln, Ina den Vater ihres Sohnes wiedersehen. Frau Arslan findet in ihrem Geschäft einen dort vergessenen Gedichtband von Rilke und weil seine Sprache sie begeistert und Sehnsüchte weckt, schreibt sie Gedichtzeilen auf kleine Zettelchen, die sie heimlich in Lebensmittelverpackungen versteckt. In der Hoffnung, die Zeilen möge ein Mensch finden, der ihre Begeisterung für diese poetische Sprache teilt.
Die Menschen in der Siedlung „Am Kastanienbaum“ haben wenig Berührungspunkte miteinander, begegnen sich nur flüchtig im Alltag. Doch das ändert sich gewaltig und nimmt Fahrt auf, als der Baggerfahrer Paco Garcia bei Arbeiten eine Weltkriegsbombe in der Siedlung freilegt.
Tanja Kokoska gelingt hier ein herrlich leichter und amüsanter Roman, nicht ohne Tiefgang. Ihre Themen sind Sorgen, Ängste, Sehnsüchte des ganz alttäglichen Lebens, gefüllt mit Momenten größter Zärtlichkeit und charmanten Zaubers. Am Ende habe ich die Siedlung „Am Kastanienbaum“ und ihre Bewohner zwar nur ungern, aber mit einem breiten Lächeln verlassen.
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