Gewitterschwestern AutorIn: Christian SchnalkeEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 0 Verlag: Oktopus bei Kampa Seitenzahl: 294 Auflage: 1. Auflage Vorgestellt von Sabine Schmidt Die Sozialarbeiterin Grit lebt mit ihrer 11-jährigen Tochter Millie in der ‚Burg‘, einem sehr sanierungsbedürftigen Hof unter Denkmalschutz. Grit droht diesen Hof zu verlieren, da sie die Sanierungsarbeiten alleine nicht bewältigen kann, ihr Mann hat sie schon vor langer Zeit verlassen. Eines Tages hält ein Auto, mit einem knallbunt bemalten Sarg auf dem Dach festgezurrt auf ihrem Hof. Als ihre jüngere Schwester Fiona aus dem Auto steigt, ist Grit wenig begeistert. Die Schwestern haben sich schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Nicht einmal zur Beerdigung ihrer Mutter ist Fiona nach Hause gekommen. Doch jetzt möchte Fiona nicht nur ihre Vergangenheit in dem bunten Sarg auf Grits Hof begraben, sondern auch Millie, die ihre leibliche Tochter ist, zu sich holen. Grit hat Millie alleine großgezogen, als ihre Schwester die Familie vor Jahren verließ. Sofort reißen alte Wunden auf, es entbrennt ein erbitterter Streit zwischen den Schwestern, und es scheint keinen Weg für die beiden zu geben, miteinander zu reden. Doch durch einen geschickten Schachzug Millies werden Fiona und Grit gezwungen, sich miteinander, mit ihrer Vergangenheit und den traumatischen Ereignissen in ihrer Kindheit auseinander zu setzen. Christian Schnalke, Jahrgang 1965, hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter auch zwei Kriminalromane zusammen mit Volker Kutscher. Er ist Drehbuchautor und wurde schon für verschiedene Preise nominiert, unter anderem für den deutschen Fernsehpreis und den Grimme Preis. Das ist dem Plot dieses Romans und seinen Figuren anzumerken. Ich habe Fiona, Grit und Millie bildlich vor mir gesehen und bin ein Stück ihres Weges mitgegangen. Ja, vielleicht hat Christian Schnalke an der einen oder anderen Stelle etwas zu viel gewollt, ohne jedoch in Kitsch zu versinken, aber das tut dieser Geschichte keinen Abbruch. Er erzählt bildhaft und eindringlich, was passiert, wenn wir es nicht schaffen, miteinander zu reden, auch wenn es schmerzhaft ist. Er zeigt, wie unsere Kindheit und unsere Familie uns prägen und wie schwer es ist, sich von der Vergangenheit zu befreien. Die „Gewitterschwestern“ ist ein sehr beeindruckender und berührender Roman, der Stück für Stück eine Familientragödie enthüllt. Ausleihe bei der StadtbüchereiKauf bei Thalia |
Lass mich dir von einem Mann erzählen, den ich kannte AutorIn: Susan FletcherEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 0 Verlag: Insel Seitenzahl: 333 Auflage: 1. Auflage Beteiligte (Übersetzer): Christel Dormagen Vorgestellt von Marie-Luise Lindenlaub Der Mann, von dem hier erzählt wird, ist Vincent van Gogh. Und die Frau, die diese Geschichte erzählt, ist Jeanne, die Ehefrau des Leiters der Heilanstalt, in der Vincent van Gogh ca. ein Jahr seines Lebens verbrachte. Das war im Jahr 1889. Jeannes Ehemann Charles achtet sehr auf Etikette. Er hat seiner Frau verboten, die Heilanstalt zu besuchen, das sei viel zu gefährlich. Er verbietet auch vieles andere, z.B. die Schlafzimmerfenster zu öffnen oder mit den Frauen auf dem Markt zu sprechen. Jeanne ist sehr einsam. Es gibt keine Verwandten, keine Freunde. Früher, vor ihrer Ehe, als junges Mädchen, da fühlte sie sich nicht nur frei, sondern sie war es auch. Und nun sieht sie diesen einsamen Mann – es ist Vincent van Gogh - da unten im Garten auf der Bank sitzen, auch er allein. Und sie setzt sich über alle Verbote hinweg und nähert sich dem Mann an, der ganz anders ist als alle Männer, die sie gekannt hat. Es ist Vincent van Gogh. Auch er ist einsilbig, beantwortet aber ihre Fragen, die sich hauptsächlich mit seiner Malerei beschäftigen. Und dann bittet sie ihn, sie zu malen. Er kommt der Bitte nach – was nicht einfach ist, weil es „nicht schicklich“ ist.
Aber dann gelingt es Jeanne ganz langsam, ihrem Mann die Schönheit der Welt und die Macht der Gefühle zu zeigen und ihn so wieder für die Liebe und das Leben zu öffnen. Der Roman erzählt zwar von dem Maler und seinen Brüdern, die sich um ihn kümmern, aber auch und vor allen Dingen von den Sitten und Gepflogenheiten, denen die Frauen im späten 19. Jh. unterworfen waren. Die Autorin hat sehr viel recherchiert. Sie hat es verstanden, dieses Leben in einem interessanten und süffigen Roman zu verarbeiten. Das Bildnis der Madame Jeanne Trabuc kann man in der Heremitage von Sankt Petersburg besuchen und das ihres Mannes befindet sich im Kunstmuseum in Solothurn. Es gibt auch einen wunderschönen Popsong von Don MacLean: Vincent, auf den ich an dieser Stelle hinweisen möchte, obwohl er mit dem Roman nichts zu tun hat – passt aber perfekt in den Rahmen. Starry, starry night Kauf bei Thalia |
Lichtungen AutorIn: Iris WolffEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 0 Verlag: Klett Cotta Seitenzahl: 256 Auflage: 1. Auflage Vorgestellt von Claudia Engelmann Wie Iris Wolff Begebenheiten, Begegnungen, ja ganze Leben in eine klare, schlichte, poetische und genau passende Sprache verwandelt, ist geradezu magisch. Und dem kann sich der Lesende kaum entziehen. Ihr Thema als siebenbürgische Autorin ist immer wieder Heimat und die Suche danach. So auch in ihrem aktuellen Roman, der Geschichte einer Freundschaft, die sich zwischen den Kindern Lev und Kato in Rumänien entwickelt, weil Lev länger ans Krankenbett gefesselt ist und Kato ihm täglich die Hausaufgaben vorbeibringt. Dadurch entsteht eine tiefe Verbindung, die beide in den nächsten Jahren aneinanderbindet und nicht mehr loslässt. Doch die Weltpolitik grätscht dazwischen und bewegte Zeiten beginnen. Kato geht in den Westen und irgendwann erreicht Lev eine schicksalhafte Karte aus Zürich, die ihn in Bewegung setzt. Und genau da beginnt der Roman, sozusagen am Ende oder vielleicht auch am Anfang. Geradezu raffiniert erzählt Iris Wolff diese bewegende Geschichte rückwärts und wenn man sich auf diesen ungewöhnlichen Roman einlassen kann, ist es ein großer Genuss und Gewinn, der heraussticht aus der Masse der Neuerscheinungen. Denis Scheck, der nach dem ersten großartigen Roman "Die Unschärfe der Welt" von Iris Wolff ebenso begeistert ist wie ich: "Sich auf diesen Roman einzulassen, in ihm zu versinken, ist ein großes, sehr berührendes Erlebnis" empfindet ihr neues Buch als Paukenschlag und da kann ich nur zustimmen. Ausleihe bei der StadtbüchereiKauf bei Thalia |
Rezitativ AutorIn: Toni MorrisonEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 0 Verlag: Rowohlt Seitenzahl: 96 Auflage: 1. Auflage Beteiligte (Übersetzer): Tanja Handels Vorgestellt von Marie-Luise Lindenlaub Toni Morrison zählt zu den bedeutendsten Vertreterinnen der afroamerikanischen Literatur. Als erste schwarze Autorin erhielt sie 1993 den Literaturnobelpreis. Sie starb 88jährig im Jahre 2019 in New York. In ihren Romanen setzt sie sich für die Rechte der schwarzen Bevölkerung ein. Ihre Bücher sind noch genauso aktuell wie zu ihrer Lebenszeit. Zu den bekanntesten Titeln zählen „Menschenkind“, „Solomons Lied“ oder „Liebe“. Ihre einzige Erzählung ist „Rezitativ“, die nun erstmalig auf deutsch erschienen ist. Zwei Mädchen, Twyla und Roberta, eine ist schwarz, die andere weiß, lernen sich in einem Waisenhaus kennen. Wer das Buch liest, weiß aber nicht, welches Kind weiß und welches schwarz ist. Die beiden Mädchen freunden sich an und sind bald unzertrennlich. Sie erfahren an sich selbst die Unterschiede, die Hautfarbe mit sich bringt. Nach einigen Monaten trennen sich ihre Wege wieder, und sie können sich nur noch sporadisch sehen. Auch gedanklich entfremden sie sich immer mehr. . Irgendwann finden sie sich in oppositionellen Demogruppen wieder.. Diese Erzählung ist ein raffiniertes Spiel mit den Wahrnehmungsmustern der Leserschaft. Kaum denkt man, jetzt ist man der Autorin auf die Spur gekommen, muss man alle Theorien wieder über den Haufen werfen. Das entscheidende Detail bleibt uns vorenthalten. Und bei jeder Begebenheit, die erzählt wird, stellen wir fest, wie sehr wir von Vorurteilen geprägt sind.. In ihrem klugen und ausführlichen Nachwort geht Zadie Smith auf den Titel und die ungelösten Fragen ein. Man kann diese Erzählung auch als Hinführung auf das Gesamtwerk von Toni Morrison verstehen.. Ausleihe bei der StadtbüchereiKauf bei Thalia |
Wie Inseln im Licht AutorIn: Franziska GänslerEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 0 Verlag: Kein&Aber Seitenzahl: 208 Auflage: 1. Auflage Vorgestellt von Sabine Schmidt Nach dem Tod ihrer Mutter Anna reist Zoe an die französische Atlantikküste, um ihre Asche dort zu verstreuen, wo sie gemeinsam einige Jahre gelebt haben. Viele Jahre hat Zoe nahezu symbiotisch mit ihrer Mutter in einer Wohnung in Berlin gewohnt, die Anna nie verlassen hat. Zoes Vater ist für die Miete und ihren Lebensunterhalt aufgekommen, hat jedoch, bis auf wenige Anrufe, kaum Kontakt zu Zoe. Nun zeigt er sich jedoch wenig begeistert, dass Zoe Annas Asche ausgerechnet in Südfrankreich verstreuen möchte. Genau an dem Ort, an dem vor über 20 Jahren Zoes kleine Schwester Oda spurlos verschwand. Anna hat nie mit Zoe, die damals selbst erst 7 Jahre alt war, über diesen Verlust gesprochen. Nie erzählt was genau passiert ist und sich sofort völlig verschlossen, sobald Zoe versucht hat über Oda zu reden. So bleibt für Zoe unerträglich unklar, was damals passiert ist. Wurde Oda entführt? Ist sie tot oder lebt sie vielleicht noch? In ihrer tiefen Trauer um die Mutter beginnt Zoe eine Spurensuche in Frankreich nach Oda, nach ihrer Kindheit und nach sich selbst. Welche ihrer Erinnerungen stimmen? Wo verschwimmt Fantasie mit Realität? Wo mischen sich Zweifel mit Hoffnung? Geplagt von Selbstvorwürfen fragt sich Zoe, ob sie ihren Erinnerungen trauen kann. Franziska Gänsler, 1987 in Augsburg geboren, hat Kunst und Anglistik studiert. Für ihren Debütroman „Ewig Sommer“ wurde sie mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. In „Wie Inseln im Licht“ lässt sie uns behutsam in Zoes Gedanken, Trauer, Schmerz und Hoffnung eintauchen. Sie erzählt, im besten Sinne, eigenwillig, balanciert mit Nähe und Distanz zu ihren Figuren und bietet keine einfachen Lösungen. Dieser Roman ist inhaltlich und sprachlich beeindruckend. Ein schmales Bändchen, das es in sich hat. Kauf bei Thalia |
“Sommerhaus am See” AutorIn: David James PoissantErscheinungsjahr: 0 Verlag: btb Vorgestellt von Claudia Engelmann Ein letzter Sommer im Haus am See. Die Starlings sind ins Alter gekommen, wollen das Sommerhaus verkaufen und nach Florida ziehen, was ihre beiden Söhne, die mit ihren Partnern dorthin gekommen sind, absolut nicht verstehen können. Denn schließlich haben sich alle einmal im Jahr dort getroffen. Doch dann passiert etwas, das den Familienfrieden ins Wanken und das feine Gerüst der Beziehungen ins Schwanken bringt. Gleich am ersten Tag ertrinkt ein kleiner Junge im See, ein tragischer Unfall. Michael, einer der beiden Starling-Söhne versucht noch, den Jungen vorm Ertrinken zu retten, doch vergeblich. Dieses Ereignis bringt ihn so ins Trudeln, dass er seine versteckte Alkoholsucht nicht mehr länger im Griff hat. Auch seine Frau Diane trägt ein Geheimnis mit sich herum,denn sie ist ungeplant schwanger geworden, doch Michael will eigentlich keine Kinder. Der andere Sohn Thad lebt in einer offenen Beziehung mit seinem Partner Jake, die ihn nicht wirklich erfüllt und in der seine Eifersucht ihn auffrisst. Das alles erzählt der Autor kraftvoll und überzeugend, lässt die unterschiedlichen Personen lebendig werden in all ihrer Vielschichtigkeit und ihrer Tragik und bleibt nie an der Oberfläche, sondern geht auch dahin, wo es schmerzt. David James Poissant ist ein noch zu entdeckender amerikanischer Autor, ein vielversprechendes Erzähltalent, der hier nach seinen Kurzgeschichten “The Heaven of Animals” mit diesem Romandebüt überzeugt. Kauf bei Thalia |
Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie ... AutorIn: Saša StanišićEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 0 Verlag: Luchterhand Seitenzahl: 256 Vorgestellt von Marie-Luise Lindenlaub Vier Freunde, allesamt „Ausländerjungs in Deutschland“, treffen sich im Heidelberger Stadtteil Emmertsgrund, einem Brennpunkt, in dem in den 90er Jahren viele Migranten lebten. Ein wunderschönes Sommerbuch. Ausleihe bei der StadtbüchereiKauf bei Thalia |
Der Bademeister ohne Himmel AutorIn: Petra PelliniErscheinungsjahr: 0 Verlag: Rowohlt Verlag
Vorgestellt von Sabine Schmitt Linda ist fünfzehn Jahre alt und lebt alleine mit ihrer Mutter in einem Mehrfamilienhaus. Der gewalttätige Vater hat die Familie verlassen, und Lindas Mutter wagt sich vorsichtig an eine neue Beziehung mit dem Bestatter Jürgen. |
Reichskanzlerplatz AutorIn: Nora BossongErscheinungsjahr: 0 Verlag: Suhrkamp Seitenzahl: 256 Vorgestellt von Claudia Engelmann Die Banalität des Bösen lässt den Leser auch im neuen Roman von Nora Bossong erschaudern. Wie werden wir zu Mitläufern und Mittätern, wie werden an anderen und an uns selbst schuldig? Die Geschichte beginnt in der Weimarer Republik, als der halbwüchsige Hans erste homophobe Neigungen entdeckt und sich hoffnungslos in seinen Mitschüler Hellmut verliebt. Dadurch lernt er auch dessen junge Stiefmutter Magda kennen. Beide beginnen eine Affäre, die allerdings ein Ende findet, als Magda ihren Ehemann verlässt und sich ihrem neuen Liebhaber zuwendet, der niemand anders ist als Joseph Goebbels. Sie ist ehrgeizig und will hoch hinaus, und da ist der aufstrebende Nationalsozialismus bestens geeignet, das Trittbrett für sie zu sein. In den nächsten Jahren driften die Lebensentwürfe von Hans und Magda immer mehr auseinander. Hans, der sich wegen seiner Homosexualität immer bedeckt hält und im Strom mitschwimmt, der sich beruflich duckt, um seinen Posten nicht zu verlieren und damit zum Mitläufer wird. Magda, die als Goebbels Frau Auftritte in der Wochenschau absolviert und das Bild der arischen Mutter mit vielen Kindern lebt, und damit das System aktiv unterstützt. Beide tragen, jeder auf seine Weise dazu bei, das Dritte Reich möglich gemacht zu haben. Eindringlich, klug und sprachlich gewandt hat mich der Roman auch durch seinen Tonfall und seine atmosphärische Dichte überzeugt. Nora Bossong versteht es, den Leser mit auf die Reise ins Dunkel zu nehmen, wo er sich selbst dabei ertappt, dass alles doch irgendwie so normal, so alltäglich, so banal ist... Kauf bei Thalia |
Möge der Tigris um dich weinen AutorIn: Emilienne MalfattoErscheinungsjahr: Verlag: Orlanda Seitenzahl: 96 Auflage: 1. Auflage Beteiligte (Übersetzer): Astrid Bührle-Gallet Vorgestellt von Marie-Luise Lindenlaub Im heutigen ländlichen Irak an den Ufern des Tigris überschreitet ein junges Mädchen das absolute Verbot: Noch vor der Verlobung lässt sie sich auf eine Liebesaffäre mit einem jungen Mann ein und wird schwanger. Der junge Mann ist Soldat und auf dem Weg in den Krieg, in dem er getötet wird. Das Schicksal der jungen Frau ist besiegelt und lässt sich nicht aufhalten. Weil ihr Vater bereits gestorben ist, wird ihr Bruder der Vollstrecker sein. Auf Grundlage klarer Wertvorstellungen werden im Roman ebenso klare Urteile über die Protagonisten einer traditionalistisch-patriarchalen Gesellschaft gefällt, die Frauen gering schätzt. Das Familiendrama wird mit dem Gilgamesch-Epos aus dem 2. Jh. v. Chr. kombiniert. Gilgamesch ist der mesopotamische Held, der das Gedächtnis des Landes und der Menschen in sich trägt. Ein vielstimmiges, wuchtiges, soghaftes Werk, das dem Leser die patriarchalische Gesellschaft und den Krieg im Lande nahebringt. Die Verfasserin ist von Beruf Journalistin und Fotografin. Sie hat den Irak mehrmals besucht und hier für dieses Buch recherchiert. Kauf bei Thalia |
„Mein drittes Leben“ AutorIn: Daniela KrienEinband: Gebundene Ausgabe Erscheinungsjahr: 0 Verlag: Diogenes Auflage: 1. Auflage Vorgestellt von Sabine Schmidt Lindas und Richards sechzehnjährige Tochter Sonja stirbt bei einem Autounfall. Von einer Sekunde auf die andere stürzen die beiden in einen Abgrund aus Schmerz, Fassungslosigkeit, Trauer und Dunkelheit. Als Richard nach zwei Jahren der Trauer vorsichtig versucht, in so etwas wie ein Leben zurückzukehren, droht ihre Ehe zu scheitern. Denn Linda ist noch nicht bereit, wieder aus dem Schmerz und der Dunkelheit aufzutauchen. Sie zieht sich zurück, mietet einen Hof in einem kleinen Dorf nahe dem Ort, in dem sie aufwuchs, unweit von Leipzig. Linda sucht die Einsamkeit, blockt Kontakte ab, begräbt ihren Schmerz in Arbeit auf dem Hof. Sie kann nicht sterben, aber auch nicht leben. Doch da sind ihre Nachbarn Klaus und seine Frau Bruni, Natascha und ihre autistische Tochter Nine, Lindas Mutter und Kaja, die Hündin, die zum Hof gehört. Immer wieder drängen sie sich ungefragt in Lindas Leben, stoßen die Tür für kleine Momente zur Dunkelheit auf und langsam, ganz langsam fallen Streiflichter des Lebens und ein wenig Helligkeit durch diesen Türspalt. Dass ich Linda durch dieses schwere Thema, die Traurigkeit, die Dunkelheit folgen konnte, ja sogar mit einer gewissen Leichtigkeit und Neugierde liegt an Daniela Kriens einzigartigem Erzählstil. Sie besticht durch Einfachheit, Direktheit, Einfühlsamkeit, Nähe und Distanz zu ihren Figuren und schafft so immer wieder kleine Momente großer Zärtlichkeit. Daniela Krien wurde 1975 in Neukaliß geboren und wuchs in Jena und im Vogtland auf. Sie lebt und arbeitet in Leipzig. Schon ihr 2011 veröffentlichter Debütroman „Eines Tages werden wir uns alles erzählen“ hat mich durch ihren Erzählstil zutiefst begeistert. Sie hat bereits einige erfolgreiche Romane veröffentlicht und „Mein drittes Leben“ wurde in diesem Jahr für den deutschen Buchpreis nominiert. Sie zählt für mich zu einer der starken Erzählerinnen im deutschsprachigen Raum. Ausleihe bei der StadtbüchereiKauf bei Thalia |
Wohnverwandtschaften AutorIn: Isabel BogdanErscheinungsjahr: 0 Verlag: Kiepenheuer & Witsch Seitenzahl: 225 Auflage: 1. Auflage Vorgestellt von Claudia Engelmann Der Buchtitel erinnert nicht von ungefähr an Goethes „Wahlverwandtschaften“, geht es hier doch auch um vier Menschen, zwei Frauen und zwei Männer, die zueinander finden, deren Beziehungen miteinander sich verändern und die doch einen gemeinsamen Weg beschreiten. Kauf bei Thalia |



AutorIn: Christian Schnalke
AutorIn: Susan Fletcher
AutorIn: Iris Wolff
AutorIn: Toni Morrison
AutorIn: Franziska Gänsler
AutorIn: David James Poissant
AutorIn: Saša Stanišić
AutorIn: Petra Pellini
AutorIn: Nora Bossong
AutorIn: Emilienne Malfatto
AutorIn: Daniela Krien
AutorIn: Isabel Bogdan